Auszug aus:   Newsletter vom 11. 03. 2005  Familienbund der Katholiken

 

Würdigung

 

Maria Müller – eine Frau der ersten Stunde gestorben

 

Zur Geschichte des Familienbundes gehört es, dass sein Entstehen und seine Entwicklung an einer überschaubaren Zahl von Frauen und Männern festgemacht werden kann. Aus eigenem Antrieb oder durch Beauftragung der Bischöfe in den einzelnen Diözesen haben sie es auf sich genommen, die Idee einer überzeugenden Repräsentanz der katholischen Familien in der Bundesrepublik Deutschland zu entwickeln und durchzusetzen.

Eine von diesen Persönlichkeiten war Maria Müller, die am 1. März 2005 in Köln gestorben ist. Eine große Trauergemeinde hat am 8. März auf dem Friedhof Köln-Chorweiler von ihr Abschied genommen. Als Zelebrant der von der Verstorbenen gewünschten Auferstehungsmesse würdigte Pfarrer Winfried Hamelbeck von St. Michael in Köln Leben und Werk der Verstorbenen. In der Trauerhalle sprach  ihr Sohn Albert für die Familie mit fünf Kindern den Dank an die Mutter aus, die schon 1969 nach 28 Ehejahren den Tod ihres Mannes hinnehmen musste. Bürgermeister Josef Müller erinnerte für die Stadt und die CDU-Fraktion des Stadtrates an die Kommunalpolitikerin, die wegen ihres großen Einsatzes vor allem für Menschen auf der Schattenseite des Lebens unter dem Ehrentitel „Löwin des Kölner Nordens“ weithin bekannt war.

Maria Müller gehörte 1953 zu den Gründungsmitgliedern des Familienbundes im Erzbistum Köln und auf Bundesebene. Sie war stellvertretende Vorsitzende des Diözesanverbandes bis 1993, von 1967 bis 1980 auch hauptamtliche Geschäftsführerin. Ein Anliegen war ihr, eine direkte Mitgliedschaft von Familien im Verband zu erreichen, wobei Serviceleistungen für Familien wie günstige Versicherungen als Mittel dazu genutzt wurden. Mit Prälat Alfes entwickelte sie Angebote für Familienbildung und -erholung. Der von ihr gegründete Familienerholungsdienst Köln , dessen Vorsitzende sie wurde, bearbeitete jährlich ca. 2000 Anträge mit einem Zuschussvolumen von 270 000 DM, von denen durchschnittlich 800 Familien gefördert werden konnten.

In den Gremien auf Bundesebene gehörte Maria Müller zu denen, die unverdrossen Mut machten und zu mehr Einsatz für Familien aufforderten.  Sie engagierte sich im Präsidium von 1986 – 1990 und im Katholischen Arbeitskreis für Familienerholung. Zu ihren Stärken gehörte es auch, „gute Leute“ für den Familienbund zu gewinnen und so zu einer breiteren Basis beizutragen.

Wichtig war ihr auch die Verknüpfung von familienpolitischer Interessenvertretung und direktem politischen Engagement. Für sich selbst verwirklichte sie dies insbesondere auf kommunaler Ebene, während auf der Landesebene gleichzeitig Maria Hölters und auf Bundesebene Maria Stommel diese Verbindung praktizierten.

Kirche und Staat haben Maria Müller viel zu verdanken. Das wurde anerkannt durch die Verleihung des päpstlichen Ordens pro ecclesia et pontifice und die Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande. Alle, die Maria Müller persönlich begegnet sind, werden sie als eine liebenswerte Frau und eine für ihre Anliegen überzeugende Kämpferin in Erinnerung behalten.

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